03.07.2017 in Allgemein

Warum Bad Schönborn Stolpersteine setzt

 
Stolpersteine in der Leopoldstraße

Erste Verlegung am 26.6.2017

Angesichts des aktuellen Generationswechsels unserer Gesellschaft und dem gleichzeitigen Verlust der Zeitzeugen, besteht die Gefahr, dass die Greueltaten des Nationalsozialismus in den Schubladen der Geschichte aufgeweicht werden, sich in historische Ereignisse einreihen, und so dem Vergessen und der Gleichgültigkeit Vorschub leisten.  Gleichgültigkeit führt zu Desinteresse an Politik und Geschichte, mündet in der Entpolitisierung und mangelnder Empathie.  Elie Wiesel, Auschwitz Überlebender und Friedensnobelpreisträger von 1986 sagte vor dem deutschen Bundestag im Jahr 2000: „ Wer sich dazu herbeilässt, die Erinnerung an die Opfer zu verdunkeln, der tötet sie ein zweites Mal.“

Dieses Zitat könnte auch für seine Lebensaufgabe stehen, denn seit seiner Befreiung im April 1945 wirkt und arbeitet Wiesel gegen das Vergessen, gleichzeitig für Versöhnung und Frieden. 

Diese Grundhaltung des Erinnerns hat sich auch Gunter Demnig durch die Stolpersteine zur Lebensaufgabe gemacht.  Mit bislang über 60‘000 verlegten Stolpersteinen in 20 europäischen Staaten und über 1‘000 deutschen Städten und Gemeinden hat er das größte dezentrale Mahnmal der Welt eigenhändig geschaffen.  Wer stolpert hält inne und denkt nach.  Zehn mal zehn Zentimeter Stein mit aufgesetzter und beschrifteter Messingplatte eingelassen auf dem Gehweg … .  Ein bescheidener Hingucker, nach dem man sich bücken muss, um zu erfahren wer hier gewohnt hat und Opfer der Naziherrschaft wurde.  Diese Opfer haben keine Grabsteine und keine Friedhöfe, die an ihre Namen erinnern.  Gunter Demnig gibt ihnen ihren Namen zurück und sagt in einem Dokumentarfilm bei arte: „Man stolpert nicht und fällt hin, mal stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen.“ 

Das Stelenfeld in Berlin, das jüdische Zentrum mit Synagoge in München, der Glaskubus in Mannheim sind Beispiele aus der Liste von zentralen Mahnmalen, Gedenkstätten, Museen und Bildungseinrichtungen in Deutschland, die an die Opfer der Nazidiktatur erinnern. 

Ortsgeschichte kann nicht nur aus positiven Erinnerungen und Veränderungen bestehen.  Sie muss geradezu die schrecklichen und schmerzlichen Ereignisse erzählen und aufrechterhalten um vollständig, ehrlich und authentisch zu sein. 

Gunter Demnig gibt den Opfern ihren Namen und ihre Heimat zurück, holt sie aus dem anonymen Gedenken zurück in ihren Ort, in ihre Straße, vor ihr altes Haus. 

Mit sechs Stolpersteinen kommen sechs Menschen zurück in das Bewusstsein von Bad Schönborn und bezeugen unbequem und schmerzhaft, dass das Grauen und das Unrecht auch in kleinsten Gemeinden mit dichtem sozialem Geflecht wüten konnten. 

Selma Isaac’s Stein ist in der Dammstraße zu finden, Franziska Moses‘ liegt in der Bruchsaler Straße.  In der Leopoldstraße sind gleich vier Stolpersteine verlegt.  Emma und Julius Falk, sowie Elsa Falk wurden 1940 deportiert und getötet.  Herbert Falk, Julius‘ Sohn, emigrierte siebenjährig 1938 mit seiner Oma Betty Oestreicher und seinem Onkel Max in die USA, wo er heute 86-jährig noch lebt. 

Sophie Harling und Jutta Fischer von der Musikschule Mehrklang begleiteten die Steinverlegung musikalisch mit Klezmer, der alten jüdisch-osteuropäischen Musikkultur, die ebenfalls fast dem Holocaust zum Opfer fiel.  In würdevoller Zeremonie wurde jede Steinverlegung mit dem Vorlesen der jeweiligen Biografie begleitet.  Regina Brüsewitz, Sophie Harling, Laura Rachor und Nora Fleckenstein gaben den Erinnerten ein Gesicht und eine Geschichte, setzten sie zurück in ihre nachbarschaftliche Vergangenheit. 

Das Ende der Stolpersteinverlegung fand im Sitzungssaal des Rathauses in Mingolsheim statt.  Uta Schäfer und Eike Schmidt-Lange spielten auf Querflöte und Geige unter anderem das Stück „Ha tikva“ – die Hoffnung – das seit 1897 das Nationallied der zionistischen Bewegung und seit 1948 Nationalhymne des Staates Israel ist. 

Die SPD dankt den Initiatoren Angelika Messmer, Tobias Rachor, Hans-Georg Schmitz, Eike Schmidt-Lange und Felix Harling, sowie Gunter Demnig, dem Stolpersteinverleger.

 

11.10.2016 in Allgemein

Ein Garant für den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft

 

 

Erinnert Euch! Oder eine Antwort auf die Frage:“ Wozu brauchen wir die SPD überhaupt noch ist dieser „Arbeitsvertrag“ von 1870.

 

Es war von jeher die SPD, die sich für Arbeitnehmerrechte eingesetzt und soziale Gerechtigkeit für Alle gefordert hat. Wie und wo würden wir wohl heute  ohne die SPD stehen und wie würde wohl heute unsere Arbeitswelt aussehen ohne SPD? 

 

Noch 1979 stand in einem Ausbildungsvertrag der Satz: "Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ - was gleichbedeutend war, dass man als Azubi auch mal einen 11 Stunden Arbeitstag hatte und sich darüber gefälligst nicht zu beschweren! (Vgl. Arbeitsvertrag 1870).

 

Auf einem aktuellen Werbeplakat der Diakonie- Deutschland steht: „Mein Beruf ist es die Würde des Menschen zu pflegen!" Ich würde den Satz wie folgt erweitern: Und Aufgabe der SPD ist dabei Sorge zu tragen, dass diese  sozial - wertvolle Arbeit gerecht entlohnt wird und Wohnraum bezahlbar 

 

bleibt….. 

 

Nur ein Beispiel von vielen und eine Aufgabe von vielen bei der Schaffung/Erhalt der sozialen Gerechtigkeit. Darin besteht m.E.  auch der  momentan viel zitierte  Erneuerungsprozess der SPD, nämlich in  der Rückbesinnung auf unsere Grundwerte für die die SPD  (früher) einstand und vor allem für 

 

WEN?- Nämlich für Alle! 

 

Das gilt es den Menschen  wieder auf  zu zeigen, oder wie Nils Schmid es formuliert hat:“ Eine SPD (ist/wird)  wieder ein  Garant für den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft.“

 

Und gewiss, erinnern wir uns trotz alle dem: Ohne SPD wäre nicht alles -  aber  vieles  NICHTS!

 

In diesem Sinne solidarische Grüße,

 

Angelika Messmer

 
 

28.02.2016 in Allgemein

ZUSAMMENHALT IST NICHT ALLES, ABER OHNE ZUSAMMENHALT IST ALLES NICHTS

 

Mit großem Interesse wurde am Mittwoch, dem 24. Februar, die gemeinsame Kampagne des SPD-Landtagskandidaten Markus Rupp und der Jusos Bad Schönborn in Langenbrückens Ortsmitte vorgestellt.

„In Zeiten, in denen Beifall geklatscht wird, wenn ein Flüchtlingsheim brennt und Flüchtlinge in unserem Land diskriminiert werden, brauchen wir eine klare Haltung gegen rechts. Rechtsextreme und Rechtspopulisten greifen die Werte unseres Zusammenlebens an. Unser Land braucht wieder mehr Zusammenhalt, nicht Hass und Gewalt“, so Markus Rupp zur Vorstellung der bundesweiten SPD-Kampagne. Die Kampagne wird von vielen Prominenten unterstützt – unter anderem von Udo Lindenberg, Iris Berben, Klaas Heufer-Umlauf, Peter Maffay und Senta Berger.

Die SPD will nicht denjenigen, die mit Angst versuchen Politik zu machen, das Feld überlassen. Daher beschlossen Jusos aus Bad Schönborn, Kronau und Östringen bereits zwei Monate vor Veröffentlichung der Bundeskampagne, sich durch eine regionale Kampagne für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen. Dabei wollten sie aber nicht einfach nur ein Plakat gestalten, das sich in die Plakattürme im Wahlkampf einreiht und dort untergeht. Vielmehr sollte das Plakat mit einer Geschichte verknüpft werden und sich damit von allen anderen Plakaten unterscheiden.

Das einfache Handyfoto auf dem Plakat ist im September 2015 entstanden. Gemeinsam wollten die Jusos an einem sehr heißen Sonntag spontan mit interessierten jungen Menschen die Flüchtlingsunterbringung in Bad Schönborn und Kronau besuchen. Was aus dieser spontanen Idee wurde, hatte sich davor niemand vorstellen können. Die Teilnehmenden bekamen die Dankbarkeit der Geflüchteten zu spüren und nach kurzer Zeit entwickelte sich die spontane Aktion zu einem großen multikulturellen Fest. Das Motiv des Plakats zeigt die Bad Schönborner Jugendlichen Seite an Seite mit den beteiligten Flüchtlingen.

Über 20.000 Menschen hatte das Foto und das dazugehörige Video auf Facebook erreicht. Eine kleine Aktion mit viel Wirkung, denn es hat viele andere Jugendliche dazu bewegt, ebenfalls den Kontakt zu den Neubürger*innen zu suchen.

Die Medien würden das Foto in die Zeit des Sommermärchens einordnen, in der die Stimmung noch eine andere war. Doch die Jusos wollen mit dem Motiv klar aussagen, dass sie immer noch hinter diesen Menschen stehen. Damit sind die Jungsozialist*innen nicht alleine, denn über 200 Ehrenamtliche engagieren sich auch heute noch innerhalb der Flüchtlingshilfe in Bad Schönborn und Kronau. „Sie alle prägen die Willkommenskultur in unserer Region mit einer Herzlichkeit, die unbezahlbar ist“, so der Juso-Vorsitzende Dennis Eidner. Mit vielen Geflüchteten könne man sich mittlerweile schon auf Deutsch unterhalten. Dabei sprechen sie von ihren Vereinstätigkeiten, ihrer gemeinnützigen Arbeit und den Fortschritten in den Deutschkursen. „Das ist kein Sommermärchen und keine Verschwörungstheorie. Das ist gelebte Integration in unserer Region“, betonte Eidner bei der Vorstellung.

Zusammenhalt ist nicht alles, aber ohne Zusammenhalt ist alles nichts. So lautet der Claim des Plakats. Er ist eine Abwandlung von Willy Brandts berühmtem „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“. Wie auch Brandts Satz im Kalten Krieg den Nerv der Zeit getroffen hatte, ist der Claim des Plakats zu Zeiten von brennenden Flüchtlingsheimen hochaktuell. Die Jusos erklären: „Wir können uns über die Flüchtlingsfrage streiten und nach Lösungen suchen, jedoch müssen wir darauf achten, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht gefährdet wird. Denn dieser macht unser Land so stark. Zusammenhalt funktioniert nur mit Solidarität und dem Versuch, die anderen zu verstehen und sie nicht auszugrenzen.“

Die Botschaften der Zusammenhaltskampagne werden über verschiedene Medienkanäle geteilt, so werden auch die sozialen Netzwerken genutzt. Direkt nach der Plakatvorstellung wurden die DINA1 Plakate in den Gemeinden aufgehängt. Das Plakat in Querformat werde sicherlich auch auch unter/über dem ein oder anderen Plakat der rechtspopulistischen AfD platziert werden. „Dann stellen wir uns eben auch hier den rechten Hetzern quer“, erklärte der Juso-Vorsitzende Dennis Eidner abschließend.

 

10.11.2014 in Allgemein

Gedenktafel für Ludwig Marum

 

 

Angelika Messmer, Johannes Stober, BM Huge, Dominique Avery,

Gudrun Heller, Karl Friedrich Heller

 

 

Mit einer Gedenktafel am Finanzgebäude in der Schönbornstraße erinnert jetzt die Stadt Bruchsal an Ludwig Marum, den herausragenden badischen Politiker und der Symbolfigur des sozialdemokratischen Widerstands. An diesem Ort befand sich früher das großherzogliche badische Gymnasium (heute Schönborn Gymnasium), in dem Ludwig Marum zur Schule ging und im Jahr 1900, erst 17-jährig das Abitur ablegte. Geprägt durch seine humanistische Bildung und den Einfluss aufgeschlossener Hochschullehrer in den Jahren des Studiums, wurde er zum Sozialisten. 1904 trat er in die SPD ein nicht zuletzt deswegen, weil die Arbeiterpartei den Kampf gegen Antisemitismus am entschiedensten führte.

 

 

21.04.2014 in Allgemein

Frühlingsfrühstück

 

Am 6.April fand das Frühlingsfrühstück in der Kraichgauhalle statt. In diesem Jahr wurde mit einer Ausstellung die SPD-Kampagne für die Kommunalwahlen vorgestellt. 

Impressionen finden Sie im flickr-Album: ALBUM FRÜHLINGSFRÜHSTÜCK 2014

 

Dank geht an den Fotografen Ullrich Kaiser

 

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