Stolpersteine sind Gedenktafeln, die in den Boden des Gehwegs eingelassen werden. Sie sollen an das Schicksal der Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben, deportiert oder ermordet wurden. Diese Steine werden in der Regel vor dem letzten frei gewählten Wohnhaus verlegt und dienen als öffentlich sichtbares Erinnerungszeichen. Indem sie folgenschwere Ereignisse der Vergangenheit im Bewusstsein bewahren, spielen sie eine wichtige Rolle für das kollektive Gedächtnis einer Gemeinde. Sie sind Teil einer lebendig gehaltenen Ortsgeschichte, die eben nicht nur aus positiven Ereignissen besteht.
Erfahrungsbericht von Ehrenamtlichen
Vier bis fünf „Lehrer“, die sich in einem Kurs abwechseln - das geht. Wir Ehrenamtlichen, vier Frauen und ein Mann, machen den ersten Kurs, den die Flüchtlinge vor Ort seit Ende September belegen können. „Deutschkurs für Asylbewerber“, sogenanntes Thannhauser Modell. So heißt die Lernbroschüre. Die Asylbewerber kaufen sie für 5 Euro. Oft stehen unter den Sätzen englische Untertitel. Aber Englisch wollen sie schon weniger hören, jetzt nach zehn Wochen. Außerdem können nicht alle gleich gut Englisch. „Bitte auf Deutsch sagen!“ heißt es jetzt schon oft. Die Zahlen bis 100 waren da, die Uhrzeiten auch – aber „pünktlich“ ist noch immer ein sehr deutsches Wort. Manche kommen ab und zu eine halbe Stunde später. Oder überhaupt nicht. Wir fragen dann nach – und das macht Eindruck. Sie merken: Es ist uns wichtig, dass sie vorankommen.
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