Der Philippssee ist an heißen Hitzewellenwochenenden längst kein lokaler Geheimtipp mehr. Beiträge auf TikTok und Instagram erreichen große Reichweiten und locken regelmäßig Besucherinnen und Besucher weit über die Region hinaus an, unter anderem aus Stuttgart, Heilbronn und dem weiteren Umland. An solchen Wochenenden kommen so mehr als 8.000 Gäste zusammen, mit über 2.000 Fahrzeugen allein auf den offiziellen Parkflächen. Die Folge sind volle Zufahrten, lange Staus, ausgelastete Parkplätze und teils beeinträchtigte Rettungswege.
Zusätzliche Verzögerungen entstehen an der Zufahrt, weil die Parkgebühr derzeit noch bar direkt aus dem Auto bezahlt wird. Während Kleingeld gesucht und kassiert wird, wächst der Rückstau bis in die umliegenden Wohngebiete.
Die SPD-Fraktion Bad Schönborn bringt deshalb einen Initiativantrag für ein digitales Parkleitsystem ein und lädt alle Fraktionen ausdrücklich zur Mitgestaltung ein.
„Wer aus Stuttgart, Heilbronn oder noch weiter anreist, sollte schon am Frühstückstisch sehen können, ob sich die Fahrt überhaupt lohnt. Gleichzeitig sehen wir durch soziale Medien eine deutlich gestiegene Reichweite. Unsere Infrastruktur ist dafür nicht ausgelegt. Deshalb müssen wir den Verkehr intelligenter steuern, bevor er an der Zufahrt kollabiert.“ Dennis Eidner, SPD-Fraktionsvorsitzender
Kurzfristig fordert die SPD eine digitale Auslastungsampel auf den Internetseiten der Gemeinde und des Pächters sowie auf weiteren Informationskanälen. Diese soll Besucher*innen frühzeitig darüber informieren, ob ausreichend Kapazitäten vorhanden sind oder eine Schließung droht. So können unnötige Anfahrten vermieden und die Verkehrsbelastung reduziert werden. Ergänzend schlägt die Fraktion zusätzliche Parkflächen für Rettungskräfte im Bereich der DLRG vor, um Einsatzfahrten jederzeit sicherzustellen. Außerdem soll der DLRG-Bootssteg besser gegen unbefugten Zutritt und Beschädigungen geschützt werden. Langfristig setzt die SPD auf ein schrankenloses Parksystem mit Kennzeichenerkennung nach Vorbild anderer Gemeinden. Dadurch könnten Rückstaus an der Einfahrt vermieden, Abläufe vereinfacht und die Parkraumbewirtschaftung effizienter gestaltet werden. Einnahmen aus dem Parksystem sollen der Gemeinde zugutekommen und in Infrastruktur sowie die Unterhaltung des Badesees investiert werden.
„Ein digitales Parkleitsystem wird nicht alle Probleme lösen. Aber es kann den Verkehr deutlich besser koordinieren, unnötige Fahrten vermeiden und die Sicherheit erhöhen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, gemeinsam eine zukunftsfähige Lösung für unseren Badesee zu entwickeln.“ Dennis Eidner, SPD-Fraktionsvorsitzender
Die SPD-Fraktion versteht den Antrag als Auftakt für eine gemeinsame Diskussion über die zukünftige Entwicklung des Badesees. Ziel ist es, Erholung, Sicherheit und die Interessen von Anwohnern, Vereinen und der gesamten Gemeinde besser miteinander in Einklang zu bringen.
Hier finden Sie unseren Antrag