Außer der SPD- Gemeinderatsfraktionen haben inzwischen auch die übrigen Fraktionen die Notwendigkeit einer Ganztagesbetreuung an den Kindergärten der Gemeinde erkannt und gefordert.
Der Gemeinderat hat in der Vergangenheit auch einheitlich gehandelt und die Verwaltung beauftragt Entwicklung und Nachfragetrend zu beobachten und bei entsprechender Nachfrage ein Angebot zu unterbreiten.
Daher ist es begrüßenswert, dass der neue Bürgermeister dieses Thema schon in den ersten Tagen seiner Amtszeit in Angriff nahm. Die Vorsitzenden aller Gemeinderatsfraktionen wurden bereits im Mai, also kurz nach der Amtsübernahme, von Herrn Bürgermeister Huge informiert, dass die Verwaltung dieses Thema zum Begin des Kindergartenjahres 2011/12 umsetzen möchte und daher Gespräche mit den kirchlichen Vertretern und den betroffenen Eltern stattfinden würden.
Am 11,7,2011, also acht Tage vor der Gemeinderatssitzung informierte der Bürgermeister alle Fraktionsvorsitzenden über die geplante Tagesordnung der kommenden Gemeinderatssitzung.
Auch über die Punkte „Erweiterung des Betreuungsangebotes“ und „Kindergartenentgelte – Festlegung der Elternbeiträge und Essensentgelte“, ebenso wie über den Punkt „Information über das vorläufige Rechnungsergebnis 2010“
Wurden da Einwände erhoben, dass man nicht genügend informiert sei?
Nein, keine Einwände von irgendeiner Fraktion – nicht von der CDU und nicht von der FWV!!
In der Vorlage des Gemeinderats zur Sitzung am 19.7.2011 waren nochmals alle erforderlichen Informationen über die zwischenzeitlich stattgefundenen Gespräche und die daraus resultierenden Vorschläge der Verwaltung über geplante Öffnungszeiten, Stellungnahme der kirchlichen Vertreter, Zusagen von Eltern das Angebot, wenn es kommt auch zu nutzen, die Gebühren, sowie die möglichen Kosten für die Gemeinde enthalten.
Was also sollte noch vorberaten werden?
Und von wegen, der Verwaltungsausschuss hat bei jedem entsprechenden Tagesordnungspunkt getagt
Der Verwaltungsausschuss tagte in den vergangenen vier Jahren durchschnittlich lediglich drei bis viermal im Jahr und hierbei überwiegend wegen den gemeindlichen Gebührensätze für Wasser, Abwasser und Friedhof, sowie dem Haushaltsplan der Gemeinde.
Hätten wirklich noch Unklarheiten in dem einen oder anderen Punkt bestanden, hätte jeder Gemeinderat während der Beratung des Tagesordnungspunkte am 19.7.2011 entsprechende Fragen an die Verwaltung stellen können.
Wo also lagen die Informationsdefizite, die zur Absetzung des Tagesordnungspunktes führten?
Was war unklar?
Darüber schweigen sowohl die Vertreter der CDU, als auch der FWV.
Obwohl sich schon viele Eltern und Alleinerziehende für das neue Angebot der Gemeinde, ab dem Beginn des neuen Kindergartenjahres eine Ganztagesbetreuung beim kommunalen Kindergarten „Christoph von Hutten“ von montags bis freitags von 07:15 Uhr bis 17:00 Uhr einzurichten interessiert und auch angemeldet haben, haben die Fraktionen von CDU und Freie Wähler es in der Sitzung des Gemeinderats vom 19.07.2001 aus fadenscheinigen Gründen abgelehnt, den hierzu notwendigen Beschluss zu fassen.
Damit sind die Planungen der betroffenen Eltern und Alleinerziehenden zunichte gemacht.
Die SPD hat als einzige Fraktion gegen die Absetzung dieses Punktes von der Tagesordnung gestimmt.
Wir wollten die Einführung der Ganztagesgruppe und Planungssicherheit für die betroffenen Eltern und Alleinerziehenden.
Die beiden „familienfreundlichen“ Fraktionen CDU und FWV reklamierten eine unzureichende Information über die Einführung der neuen Ganztagesbetreuung. Dabei hat der Bürgermeister alle Fraktionsvorsitzenden bereits vor geraumer Zeit über die Absicht der Verwaltung informiert, dies für das kommende Kindergartenjahr zu tun.
Aber offensichtlich klappt die Informationsweitergabe bei den Fraktionen der CDU und FWV nicht richtig.
Zum anderen hatte der Gemeinderat eine ausführliche Vorlage zu diesem Sachverhalt rechtzeitig vor den Beratungen im Gemeinderat erhalten.
Bei diesem Sachverhalt so zu tun, als wäre man vom Vorschlag der Verwaltung völlig überrascht, ist schon mehr als dreist.
Deshalb fordern wir alle Eltern und Alleinerziehende, welche durch diese ablehnende Haltung von CDU und FWV Probleme bekommen auf, sich an die beiden Fraktionen zu wenden.
Ein Blick auf das Wahlprogramm der CDU zur Kommunalwahl 2009:
"Das Beste für unsere Kinder und Familien - Eltern unterstützen
Konsequente weitere Umsetzung des von der CDU Bad Schönborn initiierten Schulentwicklungsplans mit dem Einstieg in die Ganztagesschule; bedarfsorientierte Kinderbetreuungsangebote wie Früh- und Ganztagesgruppen.
Frauenpolitik in der Gemeinde
Anerkennung der individuellen unterschiedlichen Lebensentwürfe und Schwerpunktsetzungen der Frauen; Schaffung und Erhaltung geeigneter Rahmenbedingungen für eine echte Wahlfreiheit von Frauen in allen Lebensphasen."
Das ist aber eine tolle Unterstützung!
Und wenn ja – zu welchem Preis?
Fragen Sie die Fraktionen von CDU und FWV!!!
Da die Kapazität der Küche im Kindergarten St. Bernadette nicht ausreicht, auch die anderen Kindergärten mit Essen zu versorgen, hat die Verwaltung mit dem den Betreibern des Hotels Erck vereinbart, dass diese, wie schon mit großem Erfolg an den Schulen, die Essenverpflegung übernehmen. Der Essenspreis sollte daher von 30,-€ auf 50,-€ angehoben werden. Dies war auch mit den kirchlichen Trägern und den betroffenen Eltern schon vorbesprochen. Alle Beteiligten unterstützten diese Regelung.
Für die SPD- Fraktion war klar, dass wir dieser abgesprochenen Vereinbarung im Interesse der Kinder zustimmen.
Nur die Fraktionen von CDU und FWV konnten ihre Vorlagen nicht lesen, oder auch mal bei der Verwaltung nachfragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Nein, sie setzten auch diesen Tagesordnungspunkt mit fadenscheinigen Gründen von der Tagesordnung des Gemeinderats am 19.07.2011 ab.
Auch dieser Punkt macht deutlich wie „kinderfreundlich“ diese beiden Fraktionen sind. Durch das Absetzen des Tagesordnungspunktes kann die Verwaltung nun vor dem Begin des neuen Kindergartenjahres die Essenverpflegung an den Kindergärten nicht regeln.
Dies bedeutet, dass einzelne Kindergärten kein Essen anbieten können und bei anderen die Eltern nicht wissen, was sie nun zu bezahlen haben.
Ein unerträglicher Zustand für welchen die Fraktionen der CDU und der FWV die alleinige Verantwortung tragen.
Vielleicht sollten sich die beiden Fraktionen so langsam mal überlegen, weshalb sie in den Gemeinderat gewählt wurden. Sicherlich doch nicht, um alle Vorschläge des Bürgermeisters und der Verwaltung aus welchen fadenscheinigen Gründen auch immer zu torpedieren, sondern um Lösungen für die anstehenden Probleme in unserer Gemeinde zu finden.
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