LernOrt: Ort des Geschichtserlebens, der Bildung & Forschung

Veröffentlicht am 28.03.2015 in Projekte

Jusos, Mitglieder der Initiative, Minister Stickelberger, Fraktionsvorsitzender SPD BW Schmiedel, MdB Castellucci

In der letzten Gemeinderatssitzung am 24.März wurde das Projekt LernOrt Kislau von den Vertreter*innen des Vereins vorgestellt. 

 

Die Perspektiven einer innovativen Geschichtsarbeit werden folgend beschrieben: 

 

Kislau ist der geeignete Ort, um das Ziel historischen Erinnerns für ziviles Widerstehen zu verwirklichen – nicht im umzäunten Bereich der heutigen Justizvollzugsanstalt, aber doch auf  historischem Gelände. Denn kein anderer Ort in Baden steht in gleicher Weise für den Mut und die Standfestigkeit der frühen Nazi-Gegner. Zentral zwischen den beiden größten Ballungsräumen Badens gelegen, soll ein Lernort in Kislau als ein Ort des Erlebens, der Information und der Begegnung erfahrbar sein. Zugleich wollen wir dort jungen Menschen konkrete Handlungsspielräume für ihren eigenen Alltag eröffnen:

  • Eine multimediale Präsentation vermittelt ein atmosphärisch dichtes Bild der politi­schen Situation in Baden vor und nach 1933.
  • Gründlich ausgebildete Jugend-Guides setzen Informations- und Bildungsangebote des Lernorts um.
  • Entlang konkreter Leitfragen leisten die Besucherinnen und Besucher Quellen- und Projektarbeit.
  • Neuesten Standards entsprechende Arbeitsmaterialien helfen bei der weitgehend eigenständig zu leistenden Gruppenarbeit.
  • Projektförmige neuartige Workshop-Formate machen die Wirkkraft eines solidarischen gemeinsamen Handelns erfahrbar.
  • Im eigenen privaten Umfeld werden Erfahrungen mit Diktatur, Vertreibung und Exil erkundet und in die  Lernort-Arbeit eingebracht.
  • Praxisbezogene Übungen stärken die Handlungs- und Konfliktfähigkeit der Besucherinnen und Besucher.
  • Gemein­sam wird erarbeitet, wie man selber im Alltag Zivilcourage an den Tag legen kann.
  • Menschenrechtsorganisationen werden als Modelle eines möglichen eigenen gesellschaftlichen Engagements erfahren.
  • Ergebnisse werden vor Publikum präsentiert und mit Vertreterinnen und Vertretern von Parteien und staatlichen Einrichtungen diskutiert.

Mehr Infos zum Projekt finden Sie unter http://www.lernort-zivilcourage.de/projekt-kislau

 

Die SPD-Fraktion möchte sich bei den Vertreter*innen des Vereins für die Vorstellung des Projekts bedanken. Sie stehen stellvertretend auch für den Bad Schönborner Kulturverein, die Kirchen und Bürger*innen, die sich seit mehreren Jahren auch innerhalb der Initiative Kislau-Forum beteiligt haben. 

 

Gemeinsam wollen sie das Wirken der früheren Nazi-Gegnerinnen und -Gegner in Baden stärker in den Fokus von Forschung und Vermittlung rücken. Und hier gibt es enorme Forschungslücken. Bislang wurde nur wenig unternommen, um die Geschichte des Widerstandes in Baden und des KZ-Kislaus zu erforschen. Nur wenige Biografien sind überhaupt bekannt. Der zivile Widerstand vor der Machergreifung Hitlers, kommt in vielen Schulbüchern zu kurz. Im LernOrt werden die Geschichten in besonderer Weise vermittelt.

 

Es wird eben keine Gedenkstätte geschaffen, sondern ein Ort der Erfahrung und des Lernens. Aus dem Widerstand sollen Schlussfolgerungen für das Hier und Heute gezogen werden können. Gerade für Jugendliche kann dies eine Art Demokratieschule sein. Denn hier werden gleichzeitig demokratische Grundwerte, Kritikfähigkeit, Solidarität und Mut zur Übernahme von Verantwortung vermittelt. Wichtig ist dabei auch, dass die Regimegegner als Handelnde, nicht als Opfer vorgestellt werden, da das die Identifikation erleichtert.

 

Die SPD-Fraktion freut sich, dass die aktuelle Landesregierung dieses Projekt finanziell unterstützt und dies im Landtag von allen Fraktionen bewilligt wurde. 

 

Intransparenz wurde der Initiative von Teilren der Mehrheitsfraktion vorgeworfen. Doch es besteht seit mehreren Jahren die Möglichkeit, sich in diesen Foren zu beteiligen und eigene Ideen einzubringen. Der Verein hat zusammen mit anderen Bündnissen im Ort viel Werbung für gemeinsame Foren gemacht.180 Menschen haben allein das erste Forum besucht, es gibt seit langem eine Homepage mit allen Infos über ihre Vorhaben und sie waren auf den letzten Herbstfesten der JVA Kislau mit Info-Ständen präsent, um für erste Ideen eines LernOrtes zu werben. Mehr Transparenz geht nicht! 

 

Gerade die Vernetzung mit Bad Schönborner Vereinen, Bündnissen und Kirchen möchten wir in besonderer Weise loben. Das Projekt wurde hier in Bad Schönborn ins Leben gerufen, also viel Leidenschaft direkt aus unserem Ort ist hierin enthalten. 

 

“Mit der Errichtung des LernOrtes gewinnt Bad Schönborn einen weiteren besonderen Ort des Geschichtserlebens, der Bildung und Forschung hinzu. Darauf können wir stolz sein”, betonte Dennis Eidner in seinem Redebeitrag in der Gemeinderatssitzung. 

 
 

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