„Currywurst ist SPD“: Über 150 Menschen kommen zum politischen Dorfplatz-Abend in Kronau

Veröffentlicht am 02.04.2026 in Allgemein

Kronau. Was passiert, wenn man an einem Montagabend einfach einen Currywurst-Imbisswagen mitten ins Dorf stellt und sagt: Lasst uns über Politik reden? In Kronau lautete die Antwort: über 150 Menschen auf dem Dorfplatz – viele davon ohne SPD-Parteibuch, viele aus der Region, einige von weiter her angereist, andere spontan vorbeigekommen.

Unter dem Motto „Currywurst ist SPD. Weniger Hinterzimmer. Mehr Dorfplatz.“ haben die Jusos Karlsruhe-Land gemeinsam mit den SPD-Ortsvereinen aus Kronau, Bad Schönborn, Östringen und Waghäusel ein bewusst ungewöhnliches Format gewagt – und damit einen Nerv getroffen. In einer Zeit, in der nach den schwierigen Landtagswahlen vielerorts über die Zukunft und Erneuerung der SPD diskutiert wird, setzten die Veranstalter auf ein klares Signal: nicht länger nur über Veränderung reden, sondern sie sichtbar machen.

Statt klassischer Parteiveranstaltung gab es Currywurst und Pommes vom lokalen Anbieter Vetter’s Finest Partyservice aus Kronau, ein offenes Mikrofon, direkte Gespräche auf dem Dorfplatz und politische Diskussionen mitten im Ort. Robin Mesarosch, Kandidat für den SPD-Landesvorsitz in Baden-Württemberg, ging mit dem Mikrofon direkt in den Kreis der Teilnehmenden, suchte das Gespräch und diskutierte mit Menschen aller Generationen – aus der SPD, aus anderen Parteien und mit vielen, die einfach interessiert vorbeigekommen waren.

Der Titel der Veranstaltung war bewusst gewählt: Mit „Currywurst ist SPD“ griffen die Veranstalter ein bekanntes sozialdemokratisches Motiv auf. Die Currywurst steht dabei sinnbildlich für Bodenständigkeit, Alltag und Begegnung – für einen Ort, an dem Menschen unkompliziert ins Gespräch kommen. Genau dort, so die Idee der Jusos, müsse Politik wieder stärker stattfinden.

„Viele haben gesagt: Das kann nicht funktionieren. Das ist zu einfach. Das ist zu kompliziert. Am Ende sind über 150 Menschen an einem Montagabend nach Kronau gekommen – viele davon ohne SPD-Parteibuch. Genau darum geht es jetzt: nicht nur über Erneuerung reden, sondern sie machen“, sagt Mika Demant, Sprecher der Jusos Karlsruhe-Land.

Mit dabei war Robin Mesarosch, Kandidat für den SPD-Landesvorsitz in Baden-Württemberg, der für viele in der Partei als Hoffnungsträger für einen echten Aufbruch gilt. Mit seiner direkten, verständlichen Art, Politik zu erklären, erreicht er auf Instagram, TikTok und auf der Straße ein breites Publikum – weit über klassische Parteigrenzen hinaus.

In Kronau sprach er über die Notwendigkeit, die Partei zu öffnen, schneller zu werden und sichtbarer an den Alltagsproblemen der Menschen zu arbeiten – etwa bei Wohnen, Mobilität und sozialer Sicherheit.

„Wir haben in den letzten Jahren zu oft den Eindruck erweckt: Wir erledigen das für euch. Aber so funktioniert Politik nicht. Wenn Dinge gerechter werden sollen, dann nur gemeinsam. Genau so muss die SPD wieder sein: als Bewegung mit den Menschen, nicht als Dienstleistungsunternehmen für schöne Versprechen“, sagte Robin Mesarosch.

Auch die örtlichen Veranstalter zeigten sich von der Resonanz überrascht.

„Wir haben mit vielem gerechnet – aber nicht mit so einer Resonanz an einem Montagabend. Innerhalb kürzester Zeit war der Dorfplatz voll. Genau daran sieht man: Wenn Politik raus aus dem Hinterzimmer geht, dann kommen die Menschen. Aber sie kommen nicht für Ankündigungen – sie kommen, weil sie erwarten, dass wir ihre Alltagsprobleme endlich konkreter, schneller und sichtbarer lösen“, sagte Dennis Eidner, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bad Schönborn.

„Ein Dorfplatz, ein Mikrofon, eine Currywurst – und über 150 Menschen reden miteinander über die Zukunft der SPD. Genau das ist der Auftrag: weniger Ankündigungspolitik, mehr Umsetzung. Wenn wir über bezahlbares Wohnen reden, dann müssen wir auch vor Ort schneller werden – nicht nur ankündigen, sondern bauen, bezahlbaren Wohnraum schaffen und spürbar entlasten“, ergänzte Alessia Imperiale, stellv. Vorsitzende des SPD-Ortsvereins.

Besonders bemerkenswert: Unter den Gästen waren Menschen aller Generationen, Parteimitglieder ebenso wie interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region. Dass diese Stimmung Menschen tatsächlich erreicht hat, zeigte sich auch ganz konkret: Der 16-jährige Robin Özer, angehender Kfz-Mechatroniker aus Kronau, trat noch direkt auf dem Dorfplatz in die SPD ein. 

Auch in den sozialen Netzwerken sorgte das Format bereits im Vorfeld für große Aufmerksamkeit. Der Ankündigungsbeitrag der Jusos Karlsruhe-Land erreichte tausende Reaktionen und Kommentare – ein deutliches Zeichen dafür, dass der Wunsch nach direkterer, verständlicherer und zugänglicherer Politik groß ist.

Für die Jusos Karlsruhe-Land ist der Abend deshalb mehr als nur eine gelungene Einzelveranstaltung. Er soll ein Auftakt sein: für neue Formate, mehr Beteiligung und eine SPD, die ihre Erneuerung nicht im Hinterzimmer organisiert, sondern dort beginnt, wo Menschen zusammenkommen.

 

 

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