Gemeinderat beschließt das Aus der Sigel-Therme

Veröffentlicht am 09.12.2008 in Gemeinderatsfraktion

Der Gemeinderat hat auf seiner letzten Sitzung ohne die Stimmen der SPD-Gemeinderatsfraktion die Umwidmung des Geländes der Sigel-Therme, und damit das Aus der Sigel-Therme ohne Bedingungen an einen geplanten Neubau beschlossen.
Die Entscheidung fand in nichtöffentlicher Sitzung, also unter Ausschluss der Bürgerinnen und Bürger, statt.

Damit kann die Sigel KG als Ersatz zur Sigel-Therme mit ca, 550 qm Wasserfläche die Erweiterung des bestehenden Therapiebeckens in der Klinik um ca. 66 qm umsetzen.

Die SPD-Gemeinderatsfraktion hat hierzu nachfolgende Erklärung abgegeben:

Stellungnahme der SPD-Gemeinderatsfraktion zur Sigel-Therme

Die Widerstände, vorgefasste Meinungen, Absprachen, unvollständige, sowie bewusste oder unbewusste Fehlinformationen. die Unbeweglichkeit der meisten Beteiligten, sowie die Unfähigkeit eine einmal gefasste Meinung zu überdenken und zu ändern oder auch einmal Fantasie zur Problemlösung walten zu lassen, waren unüberbrückbare Hindernisse.

Dies waren unter anderem folgende Punkte:

Uns war uns u.a. nicht bekannt, dass die Fa. Sigel bereits vor zwei Jahren auf die Gemeinde zugegangen ist und um Hilfe für die Therme gebeten hat.
Die ersten Informationen bekamen wir Mitte Januar und dann hieß schon bald, es muss schnell entschieden werden. Dies führte zu einem gewünschten Zeitdruck, bei welchem eine ausgiebige, ergebnisoffene Diskussion nicht mehr möglich war.

Die deutliche und abschließende Aussage des Bürgermeisters, dass der Beirat des Thermariums nicht bereit ist, sich für die Sigel-Therme zu engagieren, machte jede Diskussion über eine Beteiligung, egal in welcher Art von vorne herein unmöglich.

Die Aussage des Bürgermeisters „ Die Probleme haben wir im Thermarium auch. Durch die Schließung der Sigel-Therme wäre wenigstens das Überleben des Thermariums gesichert“ lasst Zweifel aufkommen, ob der Bürgermeister die Fortführung der Sigel-Therme überhaupt wünscht.

Die frühe Festlegung der CDU-Fraktion bzw. ihres Vorsitzenden auf die nun vorliegende Minimallösung ließ nie eine konstruktive Diskussion über Alternativen zu.

Die Gemeinde engagiert sich beim Thermarium mit einer Bürgschaft über 4,8 Mio €, und erlässt dem Thermarium in den Jahren 2007 und 2008 zusammen 12.656,- € an Pacht, und dem WellMobil Park 8.500,- € an Kurtaxeneinnahmen, aber bei der Sigel-Therme kann man angeblich nichts tun

Der Staat, in diesem Fall die Gemeinde, darf angeblich einen privaten Betrieb nicht mit Bürgschaften unterstützen, gleichzeitig engagieren sich der Staat, in diesem Fall die Bundesregierung und die Länder, mit Bürgschaften bei Banken und Automobilfirmen

Inzwischen hat die Firma Sigel KG das Kaufangebot von Herrn Häfner als nicht akzeptabel abgelehnt.
Die Sigel KG will 2,6 Mio € für das Gelände und das Grundstück.
Hierbei ist die Nutzung der Quelle und der Wasserableitung nicht beinhaltet..

Es geht hier offensichtlich nicht um einen Neubau von 120, 180 oder 200 m2 als Ausgleich zum Abriss der jetzigen Sigel-Therme mit insgesamt 550 m2-
nein es geht um eine Erweiterung des bestehenden Therapiebeckens im Klinikgebäude (ehemals Schwefelbad, oder Amalienbad) um ein weiteres Becken in der Größe von lediglich 66 m2

Dies alles lässt nur einen Schluß zu:

Die Sigel KG wollte von Anfang an ihr Therapiebecken in der Klinik erweitern, um den Forderungen der Kostenträger nachzukommen.
Hierfür benötigt sie ca. 2,5 Mio €
Da die Sigel KG dieses Geld nicht hat, musste eine Einnahmequelle gefunden werden.
Und dies war der Verkauf der Sigel-Therme eben zu diesem Preis, egal was der Käufer damit macht.
Ob er die Therme abreist oder weiterführt, spielt keine Rolle.

Der von Anfang an fehlende Willen von Bürgermeister, Gemeinderatsmehrheit und Geschäftsführung der Sigel KG, die Therme im Ortsteil Langenbrücken zu erhalten, haben einen Erhalt der Sigel-Therme letztendlich unmöglich gemacht.

Es stand für die oben genannten von Anfang an nur die Erweiterung des Therapiebeckens der Klinik zu Disposition

Einer solchen Erweiterung kann die SPD-Fraktion nicht zustimmen, da dies keine Alternative zur bestehenden Therme darstellt.

Ca. 2800 Bürgerinnen und Bürger aus Langenbrücken und Umgebung, sowie Besucher der Therme sehen dies ebenso und haben es mit ihrer Unterschrift bekundet.

Die heutige Entscheidung ist eine Entscheidung gegen den Kurort Bad Langenbrücken.
Eine Entscheidung, welche diesen Ortsteil zur Bedeutungslosigkeit führt.
Diese Entscheidung wird unseres Erachtens langfristig auch negative Auswirkungen auf die Gesamtgemeinde Bad Schönborn haben.

Auch wenn wir nach wie vor davon überzeugt sind, dass bei etwas mehr guten Willen aller Beteiligten, mehr Unterstützung aber auch Druck von Seiten der Gemeinde und mehr Flexibilität der Fa. Sigel KG eine Lösung zur Erhaltung der Sigel-Therme, wenn vielleicht auch unter anderer Leitung, möglich gewesen wäre . müssen wir zu unserem Bedauern heute aber anerkennen, dass wir die Weiterführung der Therme trotz aller Bemühungen nicht erreichen konnten.

Dass die SPD Fraktion selbstverständlich an der Weiterführung der Sigel-Klinik interessier ist, sollte eigentlich außer Frage stehen.
Unabhängig vom Ausgang der Diskussion um die Sigel-Therme, gilt unser Interesse nach wie vor allen Einrichtung in der Gemeinde, und damit auch der Sigel-Klinik in Langenbrücken, welche direkt oder indirekt zum Rufe der Gemeinde als Bädergemeinde beitragen.

Herr Häfner sieht nach Schließung der Sigel-Therme ein eigenes „Bewegungsbad“ für seine Hotelgäste als Alternative für seinen Betrieb
Hier sollte der Bürgermeister und der Gemeinderat schon heute seine Unterstützung zur wirtschaftlich vertretbaren Bereitstellung des Thermal-Sole-Wassers samt der notwendigen Entsorgung bekunden.