Gedenktafel für Ludwig Marum

Veröffentlicht am 10.11.2014 in Allgemein

 

Angelika Messmer, Johannes Stober, BM Huge, Dominique Avery,

Gudrun Heller, Karl Friedrich Heller

 

 

Mit einer Gedenktafel am Finanzgebäude in der Schönbornstraße erinnert jetzt die Stadt Bruchsal an Ludwig Marum, den herausragenden badischen Politiker und der Symbolfigur des sozialdemokratischen Widerstands. An diesem Ort befand sich früher das großherzogliche badische Gymnasium (heute Schönborn Gymnasium), in dem Ludwig Marum zur Schule ging und im Jahr 1900, erst 17-jährig das Abitur ablegte. Geprägt durch seine humanistische Bildung und den Einfluss aufgeschlossener Hochschullehrer in den Jahren des Studiums, wurde er zum Sozialisten. 1904 trat er in die SPD ein nicht zuletzt deswegen, weil die Arbeiterpartei den Kampf gegen Antisemitismus am entschiedensten führte.

 

Als Sozialdemokrat jüdischer Herkunft und durch sein politisches Engagement für Demokratie und soziale Gerechtigkeit, war er den Nazis besonders verhasst. Dieser mutige Widerstand gegen das NS Terrorregime, kostete ihn zunächst seine Freiheit und schließlich sein Leben. In der Nacht vom 28. auf den 29 März 1934 wurde Ludwig Marum von den Nazis heimtückisch im KZ Kislau ermordet und zählt somit zu den frühesten Opfern des NS Regimes in Deutschland.

Bei der Feierstunde im Rathaus Bruchsal und der anschließenden öffentlichen Enthüllung der Gedenktafel,waren die Enkelinnen  

Dominique Avery und Andree`Fischer-Marum, sowie der Urenkel Alexander Marum zugegen.  Mit der Anbringung der Gedenktafel entsprach man dem Wunsch  von Dominique Avery, ihrem  Großvater eine augenfällige Ehrung und ein würdiges Denkmal zuteil werden zu lassen.

Doch eine Gedenktafel allein reicht 80 Jahre danach nicht aus für das wahrheitsgemäße Erinnern und  persönliche Gedenken, wenn dies nicht unsere Herzen erreicht. Bei der Beerdigung Ludwig Marums, bei der trotz des Verbotes der Nazis an die 3000 Menschen teilnahmen, rief Marums Witwe der Menge zu: „Vergesst ihn nicht“! Und das ist bis heute unsere Verpflichtung in der Tradition der SPD, niemals zu Vergessen und dafür Sorge zu tragen, dass ein lebendiges Erinnern in unserem kollektiven Gedächtnis verankert wird, damit solch ein Verbrechen „Nie wieder“ unter aller Augen geschehen kann. Übernehmen wir die Verantwortung für Freiheit und Demokratie, ganz im Sinne Ludwig Marums, oder wie 

Robert Kempner dazu sagte: 

„Ewige Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit“.

 

Tragen wir also Sorge dafür, dass ein realer, regionaler Ort der Erinnerungskultur und Zivilcourage in Baden entsteht, indem vor allem jungen Menschen demokratische Grundrechte vermittelt werden. Dieser Lernort soll ihnen zeigen-, dass Freiheit und Demokratie keine selbstverständlichen Rechte sind. Das sind wir den mutigen Widerstandskämpfern schuldig, die dafür ihr Leben ließen. Auch im Hinblick auf unsere  heutige multikulturelle  Gesellschaftsentwicklung ist die allgemeine Toleranz und  Akzeptanz des Anderen die eigentliche Herausforderung. In einer freiheitlichen Demokratie ist der Bürger gefordert, die Identität seiner Mitbürger und der Minderheiten des Landes genauso zu achten wie die eigene. Und vergessen wir nicht: Asylsuchende kommen genau deswegen zu uns, weil  in ihren  Heimatländern Freiheit, Demokratie und Menschenrechte keine Gültigkeit haben und deshalb kann dieser reale Lernort für Demokratie-Erziehung in Baden nur Kislau sein. 

 

Angelika Messmer

 

 

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Alexander Marum, Dominique Avery, Angelika Messmer,

Harald Denecken, Johannes Stober, Dr. Monika Pohl,

Gudrun Heller, Karl Friedrich Heller

 

 

 

Angelika Messmer, Familie_Marum, Harald Denecken, Dr. Monika Pohl

 

Zu den Personen: 

Alexander Marum- Urenkel von Ludwig Marum; Dominique Avery- Enkelin;

Andree`Fischer- Marum Enkelin; Harald Denecken - 1.Vorsitzender des Ludwig-Marum- Forums & ehem. Bürgermeister von KA;  Dr. Monika Pohl - 2. Vorsitzende des Ludwig-Marum-Forums. Sie hat ihre Dissertation über L.M. verfasst. Mehr dazu unter: http://www.bruchsal.org./story/ludwig-marum-verfolgungsschicksal-eines-sozialdemokraten-teil-1

 

 

 

 

 

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